Adipositas-Chirurgie: Zahl der Eingriffe hat sich verzehnfacht

Übergewicht wir zu einem immer größeren Problem in Deutschland. Bundesweit werden jährlich rund 15.000 chirurgische Eingriffe bei krankhaft übergewichtige Patienten durchgeführt.

Das Adipositas-Zentrum an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg ist von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zum Referenzzentrum ernannt worden. Seit der Gründung des Adipositas-Zentrums im Jahr 2007 hat sich die Zahl der Eingriffe von 25 auf über 250 im Jahr 2017 verzehnfacht. Gründe dafür sind unter anderem die steigende Zahl stark übergewichtiger Menschen – fast jeder Vierte in Deutschland ist betroffen – sowie die hohe Akzeptanz der chirurgischen Methode und nicht zuletzt die zunehmende Zahl an Diabetespatienten, die ihre Zuckerkrankheit chirurgisch therapieren lassen. Doch mittlerweile macht die große Zahl der Nachsorgepatienten den Adipositaszentren schwer zu schaffen. Denn jeder Patient muss ein Leben lang in einem Spezialzentrum betreut werden.

„Für krankhaft übergewichtige Patienten kann eine Adipositas-Operation lebensrettend sein. Außerdem beendet sie eine oft jahrelange seelische Belastung“, erklärt Prof. Dr. Goran Marjanovic, Ärztlicher Leiter des Adipositas-Zentrums und Oberarzt an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Seit 2003 gilt Adipositas als eigenständige Krankheit. Viele der Betroffenen leiden zudem unter schwerem Diabetes. „Eine Operation verbessert die Diabetes-Erkrankung, so dass die Patienten die Medikamente häufig reduzieren oder sogar ganz absetzen können“, führt Prof. Marjanovic weiter aus.

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Adipositas-chirurgische Verfahren

Bundesweit werden jährlich rund 15.000 Eingriffe durchgeführt. Adipositas-chirurgische Verfahren werden auch als bariatrische Eingriffe bezeichnet. Sie lassen sich grob in zwei Bereiche unterteilen: restriktive und malabsorptive Verfahren. Bei restriktiven Verfahren (Schlauchmagen, Magenbypass) wird der Magen verkleinert oder umgangen. Dadurch können die Betroffenen viel weniger essen. Bei den malabsorptiven und eher selteneren Verfahren wird die Aufnahmestrecke für die Nahrung im Dünndarm verringert. Gerade beim Magenbypass wird der Zwölffingerdarm umgangen, was schlagartig eine Reihe an hormonellen Umstellungen im Körper verursacht und dadurch vor allem der Diabetes eine Verbesserung schon eine Woche nach Operation erfährt. Für viele Diabetespatienten kann diese Operation nach den neuesten Internationalen Leitlinien für Diabetestherapie ein wichtiger Therapiebaustein werden.

Zentren kämpfen mit dem Erfolg

Doch mit dem Erfolg der Methode kommen die durchführenden Zentren auch an ihre Grenzen. Denn derzeit muss die lebenslange Nachsorge aller operierten Patienten an einem Adipositas-Zentrum stattfinden. Dadurch wächst die Zahl der Nachsorgepatienten rasant.

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Quelle: idw / Bild: Joenomias/pixabay