Energiewende-Modell

Energiewende zum Anfassen

Energiewende: Vor welchen Herausforderungen stehen wir und wie können wir sie lösen?

NEW 4.0-Roadshow macht am 14. November auch an der HAW Hamburg Station: Welche Rolle spielt der Norden Deutschlands für die Energiewende? Vor welchen Herausforderungen stehen wir und wie können wir sie lösen? Und wie sieht die Energieversorgung von morgen aus? Diese Fragen verständlich zu beantworten ist das Ziel einer mehrjährigen Roadshow des Verbundprojekts NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende, die derzeit durch den Norden tourt. Konzipiert und ausgerichtet wird sie durch die HAW Hamburg.

Mehr als 60 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stehen hinter Verbundprojekt NEW 4.0 und bilden gemeinsam eine schlagkräftige Innovationsallianz für das Jahrhundertprojekt „Energiewende“. Gemeinsam legen Sie den Entwicklungspfad, um Schleswig-Holstein und Hamburg als Gesamtregion schon bis 2035 zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Außerdem sollen weite Teile des Wärme- und des Verkehrssektor aus erneuerbaren Energien versorgt werden, damit aus der derzeitigen Stromwende eine richtige Energiewende wird. Insgesamt können so 70 bis 80 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. NEW 4.0 treibt damit die Dekarbonisierung voran, also der dringend nötigen Abkehr aller Energiesektoren von der Nutzung fossiler Energieträger, und leistet auf diese Weise einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz.

Dazu arbeiten die beteiligten Partner an über 100 Teilprojekten – von der Erprobung innovativer Technologien zur Energiespeicherung über die Entwicklung von Marktplattformen bis zur Identifikation von Aus- und Weiterbildungsbedarfen. Ein komplexes Projekt, das eines straffen Projektmanagements bedarf, um alle Partner und Projekte miteinander zu verzahnen und zu einem funktionierenden Ganzen zusammenzuführen. Übernommen wird diese herausfordernde Aufgabe vom Competence Center für Erneuerbare Energien (CC4E) der HAW Hamburg. CC4E-Leiter Prof. Dr. Werner Beba ist außerdem Projektkoordinator von NEW 4.0.

Verzahnung von Öffentlichkeitsarbeit und -forschung

Aber auch inhaltlich spielt die HAW Hamburg in dem Großprojekt eine wichtige Rolle: „Insgesamt 13 einzelne Teilprojekte werden hier realisiert und durch die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Hochschule auf Erfolgskurs gebracht“, erklärt Prof. Beba. „Eines davon ist das Teilprojekt ‚Akzeptanzförderung‘, das zum Ziel hat, durch eine möglichst flächendeckende Kommunikation die öffentliche Akzeptanz für die Projektziele von NEW 4.0 und damit für die Energiewende im allgemeinen zu steigern.“ Eine Besonderheit ist die enge Verzahnung mit einem weiteren Teilprojekt der HAW Hamburg: der projektbegleitenden Akzeptanzforschung. In einer repräsentativen Studie wird an drei Befragungszeitpunkten erhoben, wie sich die Einstellung der Bevölkerung zur Energiewende über den Projektzeitraum verändert und welche Wirkungsfaktoren sich für die Steigerung der öffentlichen Akzeptanz ableiten lassen.

In den beiden Projekten beschäftigt das CC4E drei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und mehrere studentische Hilfskräfte, die eng zusammenarbeiten. Eine der Kernaufgaben im Rahmen der Akzeptanzförderung ist die intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für NEW 4.0. Im Zentrum steht dabei die NEW 4.0-Roadshow, eine Wanderausstellung, die im Mai in der Handelskammer ihren Anfang nahm und seitdem auf Tour durch den Norden ist.

Mit Augmented Reality das Energiesystem der Zukunft erkunden

Highlight der Info-Tour ist ein digitales Exponat: Es zeigt die norddeutsche Modellregion in einer imposanten Größe von fast 4×2 Metern und gibt den Besuchern die Möglichkeit, über vier Augmented-Reality-Bildschirme spielerisch zu erkunden, vor welchen Herausforderungen der Umstieg auf eine klimafreundliche Energieversorgung von morgen steht und wie sie zu beheben sind. Prof. Beba erläutert: „Beim Erkunden unseres Modells erfahren die Besucher, weshalb die Energiewende dringend notwendig ist, aber auch, wie der Umstieg auf erneuerbare Energien gelingen kann, welche Auswirkungen er auf unsere Stromnetze hat, welche Rolle Speicher spielen – und vor allem, wie sich unser Stromverbrauch mithilfe digitaler Technologien besser an die Erzeugung anpassen lässt. Denn mir NEW 4.0 wollen wir die Machbarkeit der Energiewende demonstrieren“, erläutert Prof. Beba.

Im Norden kommt das Exponat gut an: Seit Start der Roadshow konnten bereits zehn verschiedene Orte besucht werden, um interessierte Bürgerinnen und Bürger, aber auch Medienvertreter und Kommunalpolitiker über die Zukunft unserer Energieversorgung zu informieren. Unter anderem war das Energiewende-Modell im September auf der weltweiten Leitmesse für Windenergie, der Wind Energy in Hamburg, zu sehen.

Roadshow macht am Berliner Tor Station

Mitte November kehrt die Roadshow nun zurück zu ihren Wurzeln und macht an der HAW Hamburg Station: „Wir feiern das 10-jährige Bestehen des CC4E. Zu diesem Anlass werden wir am 14. November in einer öffentlichen Ausstellung im Foyer des Berliner Tor 5 unsere Forschungsprojekte vorstellen. Natürlich darf das NEW 4.0-Modell da nicht fehlen“, resümiert CC4E-Leiter Beba. Besucher sind herzlich eingeladen: „Mit spannenden Einblicken in das Energiesystem der Zukunft wollen wir möglichst viele Menschen für die Energiewende begeistern.“

Quellen: idw/Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg/Sandra Annika Meyer / Bild: NEW4.0/HAW